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PORTRAIT

Unternehmeri-sche Menschen
brauchen wir überall

Max Schön 

Familienunternehmer und
Vorsitzender der Possehl-Stiftung.

max-schoen.de

Es ist gar nicht so leicht, Max Schön zum Reden über seine eigene Geschichte zu kriegen. Am liebsten erzählt er von Erfolgen an ganz anderer Stelle. In der Kulturförderung oder beim Engagement für nachhaltige Wirtschaft. Beginnen wir mit dem, was als Essenz aus diesem Gespräch bleibt: Unternehmertum findet nicht nur in Unternehmen statt. 

Unternehmergeist, wie ihn Max Schön hat, ist wirksam und notwendig, wenn diese Welt nicht den Bach runtergehen soll. Das ist kein Zitat. ER hätte so etwas Großspuriges nie selbst formuliert. 

 

Er wollte immer gestalten

Leiten. Mitbestimmen. Aber nicht unbedingt in Vaters Unternehmen, sondern am liebsten in der Musik. Selbstständig sein. Wirksam sein. Schon als Jugendlicher leitete er eine Band, war Jugendgruppenleiter, engagierte er sich. Dann kam der frühe Tod des Vaters. Und so übernahm er 1985 das elterliche Unternehmen mit damals 23 Jahren, 140 Mitarbeiter*innen, 40 Millionen DM Umsatz. Mehr erzählt er nicht. Nichts von Schwierigkeiten oder Tiefschlägen. Er erzählt von einem Wechsel in seinem Leben, von einem neuen Fokus auf die Familie.

 

Firmenchef, Angestellter CEO, Vorstand einer Beteiligungsgesellschaft, Aufsichtsrat im börsennotierten Unternehmen, Präsident des Verbands „Die Familienunternehmer“. Er hatte viele Rollen schon inne. Berät Regierungen und Zivilorganisationen. Am meisten erzählt er vom Projekt „KulturFunke*“ in Lübeck, für das die Possehl-Stiftung, deren Vorsitzender er ist, gemeinsam mit der Lübecker Arbeitsgemeinschaft Kulturtreibhaus den Deutschen Kulturförderpreis erhielt. Es wird klar, hier hat jemand mit unternehmerischem Denken gemeinsam mit Kulturschaffenden die Kulturförderung auf den Kopf gestellt. Es wird nicht gefördert, was fertig ist, sondern es wird die Idee, das Vorhaben gefördert, unab­hängig davon, ob es gelingt oder fertig wird. Das ist Risikokapital für Kunst. 

 

Die Rolle des Kapitals für Unternehmertum 

„Es braucht Kapital, aber kein eigenes“, ist er überzeugt. „Unternehmerischen Menschen“, von denen es aus seiner Sicht viele an vielen Stellen gibt, wird Kapital auf Zeit gegeben, mit dem sie etwas bewirken können. Er hält sowieso mehr davon, wenn man auch in Unternehmen rein- und rausgehen kann. Dass man auch Unternehmer*in auf Zeit sein kann. Reich werden als Motiv für Unternehmer*innen – das erlebt er so nicht als Triebfeder für Gründer*innen und Nachfolger*innen. Vielmehr treibt ihn die Frage um, wie Soziales, Ökonomie, Ökologie und Kultur in einen Gleichklang kommen können. „Wir brauchen ein nachhaltiges Marktwirtschaftsmodell, um Klimastabilität und Wohlergehen für möglichst viele Erdenbürger abzusichern.“ 

 

Er unternimmt etwas

Max Schön ist ein Unternehmer, der etwas unternimmt gegen scheinbar unaufhaltsame Entwicklungen. Er ist in diesem Sinne Unternehmer. Und es ist genau das Unternehmerische, was ihn in anderen Zusammenhängen wirksam macht. „Unternehmerische Menschen“ unternehmen etwas, das uns und möglichst vielen Generationen noch diese Welt erhält. Eine Formulierung, die die Definition von Unternehmer*innen-SEIN  neu auflädt. Vielleicht
der Beginn des neuen Narrativs.