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PORTRAIT

Gründen, um die Welt zu retten

Lina Rehfeldt

Studentin und Mitgründerin der Unternehmen Creacando und MANGONUMBERFIVE.

www.creacando.de

Lina ist zweiundzwanzig und hat schon ihr zweites Unternehmen gegründet. Eine energiegeladene, fröhliche Frau, der man sofort abnimmt, dass sie richtig „Bock“ darauf hat, Unternehmerin zu sein. Sie selbst will sich noch nicht so bezeichnen – sie sagt, sie „macht“. Sie macht Creacando und MANGONUMBERFIVE – so heißen die beiden Gründungen. „Selbstständige Macherin“ ist vielleicht auch eine passende Beschreibung. Aber das steckt in dem Wort Unternehmerin auch drin – eine Frau, die was unternimmt. Das trifft auf Lina zu. 

Hundespaziergänge als Katalysator 

Noch steckt sie mitten im Studium. International Business Administration and Entrepreneurship an der Leuphana-Universität in Lüneburg. Durch das Nebenfach „Digital Business“ mit sehr praxisorientierten Professor*innen kam das Thema Gründen auf ihre Agenda. Aber so richtig gezündet ist die Motivationsrakete erst durch viele lange Hundespaziergänge mit dem jetzigen Gründungspartner Christoph. 

 

Lockdown als Beschleuniger

Weil der Kreativ- und Bastelladen von Christophs Vater nicht mehr öffnen durfte, wurde im Schnelldurchgang ein Onlineshop erstellt. Das inspirierte die beiden zu ihrer eigenen Gründungsidee, einer Online-Plattform für Bastelkits und DIY-Kreativboxen. Hier kann man alles shoppen, was das Pinterest-begeisterte Deko-Herz begehrt – für die Quality-Bastler-Time allein zu Hause oder auch anlassbezogen in Gruppen zum Beispiel bei Mädchenabenden. Die Boxen sind liebevoll zusammengestellt und werden mitsamt einer ausführlichen Bastelanleitung per Post europaweit verschickt. Und das Geschäft brummt – für die Fahrt zur Post reicht manchmal das Lastenrad kaum noch aus.

 

Revolution der Modewelt

Das zweite von Lina mitgegründete Unternehmen ist MANGONUMBERFIVE. Das Geschäftsmodell basiert auf den Prinzipien der zirkulären Wirtschaft und ist „Cradle to Cradle“-zertifiziert. Und hat die Revolution der Modewelt zum Ziel: Ohne Ausbeutung von Mensch und Natur mit biologisch abbaubaren T-Shirts und Designs von lokalen Künstler*innen das Thema Mode ganz neu denken. 

 

„Oh, da kommt die Unternehmerin“  

– so heißt es manchmal, wenn Lina auf „Heimatbesuch“ ist. Freunde und Familie unterstützen Lina bei ihrem Unternehmertum und sind stolz auf sie – insofern sind die Reaktionen eigentlich bisher nur positiv gewesen. Trotzdem tauchen hier und da auch Vorurteile auf: Dass manche Leute denken, dass sie auf einmal wahnsinnig viel Geld verdienen würde oder sich aufgrund der Freiheiten bei der Zeiteinteilung „einen Lenz machen“ könne, irritiert Lina manchmal ganz schön. 

 

Ein Sprungbrett für Gründer*innen

Den Start verdankt sie einem leicht zugänglichen Gründungsstipendium des Landes Niedersachsen. So konnte sie mit einem kleinen, unkomplizierten Funding ihren Unternemergeist testen. Lina empfiehlt: „Machen! Einfach mal machen. Das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass man was gelernt hat.“