Long story 
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STUDIE

Zusammenfassung

Das zugegebenermaßen nicht glänzende Unternehmer*innenbild ist nicht der entscheidende Grund für den schwindenden Unternehmergeist. Tatsächlich ist das Bild vom Unternehmer*in-SEIN, das unsere Gesellschaft verinnerlicht hat, das Entscheidende. Denn Letzteres hindert Menschen, zu gründen oder überhaupt in den unternehmerischen Modus zu gehen. Auch schon bei Initiativen und Engagements.

 

Die Angst der Nicht-Unternehmer*innen vor zu viel Arbeit und Verantwortung sowie vor Verlust des Selbsts durch Arbeit und Engagement ist komplett konträr zu der Lust und Freude an Arbeit im Sinne des sich selbst Verwirklichens und an Verantwortungsübernahme als Teil der eigenen Identität und Bedeutung, die die Unternehmer*innen erleben. 

Aus Angst vor negativen Zuschreibungen wegen des schlechten Unternehmer* innenbilds ducken sich die Unternehmer*innen mit ihrem unfassbaren Glück weg und verstecken sich vor den Medien, verstecken sich hinter neuen Worten, erzählen nicht über dieses Glück und auch nicht gerne über ihre Erfolge.

 

Die Nicht-Unternehmer*innen derweil spitzen ihre Unternehmer*innen-Wahrnehmung immer weiter auf Jeff, Mark und Elon zu und verrennen sich so in ihr überhöhtes  und deshalb nicht nachahmbares Ideal des Schumpeter’schen Unternehmers, sodass der Bäcker um die Ecke, der innovativ den Markt bewegt (es gibt da viele Beispiele), nicht mehr als Unternehmer und auch nicht als Perspektive für eigenes unternehmerisches Handeln wahrgenommen wird. Da die Nicht-Unternehmer*innen alle glauben, niemals an Elon und Jeff heranzureichen, schließen sie die unternehmerische Perspektive für sich aus. 

Unternehmer*innen entnehmen eine enorme Zuversicht und Hoffnung aus ihrem SEIN als Unternehmer*in. Eine große Energie. Das führt bei denjenigen, die diese Menschen erleben, zur Annahme, nur wenn sie auch so viel Energie hätten, könnten sie Unternehmer*in sein. Was sie nicht erfassen, ist, dass eben diese Energie eine Folge des Autonomen, des Selbstbestimmens ist.

Die unter anderen Etiketten (Start-up, -Macher, Impactgründer und vieles mehr) versteckt agierenden glücklichen Unterneh-mer*innen verraten nicht freiwillig, dass Unternehmer*in-SEIN glücklich macht, frei macht, und einem vor allem eine Möglichkeit gibt, die Dinge, die einem Zukunftsangst machen, in den Griff zu kriegen. 

 

Wenn die unternehmerische Aktivität in Deutschland – ob im Non-Profit-Bereich, in Unternehmen oder als Gründer*innen und Nachfolger*innen wieder steigen soll, müssen vier Botschaften laut verkündet werden:

1. Unternehmer*in WERDEN kann  jeder/jede.

 

2. Unternehmer*in-SEIN macht glücklich, frei und gibt Energie.

3. Unternehmer*in-SEIN stärkt die eigene
Identität, stärkt das Selbst, anstatt es zubeschneiden.

 

4. Als Unternehmer*in kann man die Welt positiv gestalten.

Für diese Botschaften braucht es Absender mit publizistischer Kraft, Anwälte des Unternehmergeistes in Deutschland. Diese Rolle können nicht die Unternehmer*innen innehaben. Sie sollen ihre Geschichten vom Glück des Unternehmer*in-SEINS erzählen. Dafür brauchen sie Bühnen und Kanäle. Aber sie können nicht verantwortlich dafür sein, für ihre Konkurrenz von morgen zu sorgen. Ein Land, das ein Digitalministerium hat oder Frauenbeauftragte, wird auch Beauftragte für die Rückkehr zu mehr Unternehmergeist finden müssen.