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PORTRAIT

Es macht Spaß, Leuten einen sinnvollen Arbeitsplatz zu geben

Fritz Hinrichsmeyer

Social Entrepreneur, Geschäftsführer und Gründer des Naturkosmetik-unternehmens 4peoplewhocare.

4peoplewhocare.de

Er steckt noch im Masterstudium. Gleichzei­tig verfolgt Fritz Hinrichsmeyer zusammen mit Bruder und zwei Freunden die ehrgeizige Mission, durch plastikfreie Naturkosmetik aus regional produzierten Inhaltsstoffen die Insektenvielfalt in Deutschland zu retten. Fritz wirkt sehr überlegt, reflektiert und aufrichtig, wenn er über seinen ganz persönlichen Unternehmergeist erzählt.

Nach dem Bachelorstudium der Umweltwissenschaften in Lüneburg stand für den Kieler fest, dass er sich entweder seinen Arbeitsplatz im Bereich Sustainable Economy ganz genau aussuchen oder besser noch selbst erschaffen will. 

Selbst über den Profit bestimmen

Nach einigen Jahren als Festangestellter in Hamburg war aber klar, dass das „Selbermachen“ gewinnt. Die Maßgaben und Regeln für die Produkte und das unternehmerische Handeln selbst festzulegen, zu wissen, wo die Profite hinfließen und wie sie investiert werden – das ist dem 31-jährigen passionierten Kletterer immens wichtig. Und so gehört es auch zum Geschäftsmodell von 4peoplewhocare, dass für jedes verkaufte Kosmetikprodukt drei Quadratmeter Blühwiese angepflanzt werden. Nicht irgendwo, sondern bei festen Kooperationspartner*innen in verschiedenen Teilen Deutschlands, die im Gegenzug den Bio-Bienenwachs für die Herstellung der festen Cremes liefern. 

 

Plastikfrei klettern

Dass Fritz einmal sein eigenes Unternehmen gründen wird, hatten ihm wohl schon seine Kommiliton*innen im ersten Semester prophezeit – seit Anfang 2020 ist es die Realität. Ihm fehlte eine nachhaltige Klettercreme, um das Hobby des Boulderns möglichst plastikfrei ausüben zu können. Ein ganz unkompliziert zu beantragendes Ausprobier-Stipendium über 2000 Euro von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU)  ermöglichte es den Studenten, loszulegen. Das erste Produkt, eine Handcreme, die zunächst vor allem in Boulderhallen verkauft wurde, fand so guten Anklang, dass die Produktpalette nach und nach ausgebaut wurde. Im Onlineshop gibt es mittlerweile fünf verschiedene Produkte, die bestellt werden können. 

 

Nivea der Zukunft

Fritz und sein Team wollen nichts weniger, als den „Niveas“ dieser Welt den Rang abzulaufen. Und das ausdrücklich mit nachhaltigen, plastikfreien und Biodiversität fördernden Produkten. Das liegt auch am Masterstudiengang. Denn das Konzept des Social and Sustainable Entrepreneurship ist in seinen Augen die Zukunft der Wirtschaft. 

 

Impact

Der Aspekt Nachhaltigkeit bezieht sich für Fritz, der sich selbst als Impactgründer bezeichnet, aber auch auf das Unternehmerdasein selbst: Menschen einen sinnvollen Arbeitsplatz zu geben, sei eine große Motivationsquelle, sagt er. Weil es einfach Spaß macht und er jeden Tag richtig gerne ins Büro geht, auch wenn mal wieder die Buchhaltung auf dem Tisch liegt. Aber wenn man weiß, wofür man das alles macht, dann geht auch das schnell von der Hand, sagt er und lacht.